„Ich fotografiere keine Menschen, ich fotografiere ein Bild“
 
Diese Aussage umschreibt mit wenigen Worten die künstlerische Intention Minu Lees:
dass selbst befreundete Menschen nur ein schwaches Abbild in der Erinnerung hinterlassen. Letzteres manifestiert sich fast wörtlich im Bild, da nur die transluzide Spiegelung des Modells mit einer Großbildkamera fotografiert wird.
Der schwarz-zerkratzte Hintergrund und das durchscheinende Antlitz der Modelle verleihen der Fotografie einen weichen, flüchtigen Ausdruck, der die Ästhetik der Werke bestimmt. Die Negierung der eigentlichen Aufgabe der Porträtfotografie, möglichst realistisch ein Individuum zu dokumentieren, ist das Konzept dieser Arbeit. Sie erweckt durch die dezente Farbigkeit Assoziationen an die Porträtmalerei vergangener Jahrhunderte. Die Verschmelzung des historischen Zitats mit den Protagonisten aus heutiger Zeit schafft so in der Fotografie eine raum- und zeitlose Atmosphäre, in welche Minu Lee die Modelle unter dem Grundsatz der l´art pour l´art nach eigenem Empfinden mit malerisch anmutendem Duktus in Szene setzt.

Lisanne Wepler
 
Technik: Digitaldruck auf Büttenpapier (Hahnemühle), Holzrahmen. Analoge Fotografie / Großformat.

 

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